Eines für alle?
Zuerst formen wir unsere Werkzeuge, danach formen sie uns.
Marshall Mc Luhan
Damit Mc Luhans Befürchtung nicht allzu drastische Ergebnisse zeigt, sollten die Werkzeuge gut ausgewählt werden. Hab mich ja hier schon einmal mit dem Problem beschäftigt. Ausgangspunkt war eine Anfrage einer Schule zwecks schulinterner Online Zusammenarbeit.
Was bedeutet das? Eine erste Bedarfserhebung hat ergeben, dass folgende Tasks gewünscht sind:
- Ofiizielle Nachrichten der Leitung an die Lehrer
- Archivierung der Informationen
- Gemeinsames Bearbeiten von Dokumenten
- Austausch von Arbeitsmaterialien (Files)
- Gemeinsamer Kalender
- Mailinglisten für Arbeitsgruppen und an alle TN
Der nächste Schritt wird darin bestehen, den Bedarf noch zu präzisieren und ein Pflichtenheft zu erstellen (vgl. posting Prozess IT Support).
Bedarf klingt sehr nach Groupware. Habe nun zwei open source Produkte rausgesucht und scheinbar könnte eGroupWare am besten geeignet sein. Aber zuerst mal die Konkretisierung des Bedarfes.
Geschäftsprozesse – Sichtweisen
Ausgehend von meinem letzten Posting, wo dringender Bedarf an IT Unterstützung gemeldet wurde, möchte ich mal versuchen diesen Prozess weiter zu beschreiben. Vielleicht gelingt es daraus auch einen standardisierten Workflow (rechnergestützer Teil des Geschäftsprozesses) zu entwickeln. Es kann dabei ja nicht nur drum gehen, automatisiert Briefmarken aufzukleben oder Dosen zu befüllen – auch Entscheidungsprozesse können systematisiert, standardisiert und (teil)automatisiert werden.
Das ARIS Konzept sieht fünf (manchmal sechs) Sichtweisen bei der Modellierung eines Geschäftsprozesses vor:
- Funktionssicht (Was läuft bei dem Prozess ab)
- Organisationssicht (wer ist aller dran beteiligt)
- Datensicht ( Beschreibung der in diesem Zusammenhang nötigen Informationsobjekte, sowie deren Veränderungen)
- Die Leistungssicht ( Zustände die aufDatenobjekten basieren, sollte Nutzen haben – was bringts?)
- Die Steuerungssicht (Verbindet die verschiedenen Sichtweisen um Zusammenhänge nicht zu verlieren)
- Die Ressourcensicht (bezieht sich auf die Informationsarchitektur)
Nun bei meinem kleinen Beispiel ists wohl nicht ganz so aufwendig, wie wenn ein Betrieb auf Prozesse umgestellt werden soll. Dennoch ists nötig die verschiedenen Sichtweisen zu bedenken.
ELBA
Soeben bin ich wieder mal auf die Seite der ETH Zürich gestossen, wo mit ELBA ein Baukastensystem für Anwendungen für eLearning vorgestellt wird. Endlich mal nicht die Wollmilchlegende Eiersau sondern ein nach Bedürfnissen zusammensetzbares modulares System von Applikationen. Noch dazu plattformunabhängig und auch noch open source.
Mindmaps /Concept maps
Mindmaps unterstützen die nicht hierarchische Strukturierung von Ideen. Diese Form der Visualisierung von Zusammenhängen ist schon lange in Papierform genutzt.
Früher (in Windows Zeiten) hatte ich mal den mindmanager von MindJet. Als proprietäres System voll auf Windows-Kompatibilität ausgerichtet. Wer also in dieser Welt zuhause ist, dem sei das Produkt empfohlen. Bis dato meinem Wissen nach leider nicht mit Open Office kompatibel.
In der Welt der Pinguine steht dafür z.b. Vym (view your mind) – an windows Version wird programmiert – zur Verfügung, wo auch files aus dem mindmanager importiert werden können. Ein anderes Produkt unter Linux ist Kdissert
Letzteres eher für die Erstellung komplexer Dokumente (Dissertationen).
Eine Liste von Mindmap Software findet mensch auf Wikipedia.
dringender Bedarf
Der Bedarf ist zumeist dringend. Anruf:“Wir brauchen eine moodle Plattform für unsere Schule.“ Am nächsten Tag haben sie eine und wissen nicht, was damit tun.
Klarer Fall von KM Beratungsbedarf. Abteilung KM Systeme.
Zumeist ist den „Bedürftigen“ ja nicht klar, was Sie eigentlich wollen. ->Der Beginn eines Geschäftsprozesses.
Was ist ein Geschäftsprozess?
Die Abfolge von Handlungen zur Erreichung eines Zieles. Grundsätzlich besteht der Prozess aus drei Elementen: Auslöser des Prozesses (Input) – den Handlungsschritten (Verarbeitung) und dem Ergebnis (Output)
Input -> Anfrage von LehrerInnen einer Schule wegen IT Unterstützung zur Kollaboration
Verarbeitung -> Aufnahme der Anfrage – Bedarfsklärung – Erstellung eines Lastenheftes – Softwareanalyse – Softwareinstallation – Einrichtung des Systems – Schulung
Output -> Inbetriebnahme des Systems durch die LehrerInnen
Da dies ein Prozess ist der öfters in meinem Job vorkommt, werde ich versuchen diesen Prozess möglichst zu detaillieren und zu visualisieren. Wozu?
Ich erwarte mir davon:
- Klärung der Abläufe firmenintern
- Klärung der Verantwortungsbereiche
- raschere Abwicklung
- Geringere Fehlerquote
- Bessere Planung

